Jägervereinigung Tauberbischofsheim 

 
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Expedition des KiGa im Staatswald Unterbalbach

Die Vorbereitungen des Waldtages für den Kindergarten Unterbalbach begannen bereits im Dezember 2005. Die Erzieherin, Renate Fertig, und der Jagdmitpächter des Staatswaldes Unterbalbach, Michael Graf, trafen sich, um aus den Erfahrungen des in 1999 stattgefundenen ersten Waldtages, positive Aspekte zur Planung des zweiten Waldtages aufzuarbeiten.
Im Rahmen der Früherziehung begann man im Kindergarten St. Josef die Kinder anhand von Geschichten und Bildern das Leben in der Natur näher zubringen.
In der Zwischenzeit wurden durch die Jagdpächter Unterlagen des Landesjagdverband Thema „Lernort Natur“ geordert, Tierpräparate organisiert und ein Strategiepapier ausgearbeitet, in dem die einzelnen Stationen der Expedition festgelegt wurden.
Der Expeditionstag am 08. April begann bei herrlichem Sonnenschein mit der Begrüßung der 38 Kinder und deren 42 Begleitern um 10 Uhr am Waldparkplatz in Unterbalbach.
Zur Beginn der ersten Etappe begrüßten uns die Waldbewohner. Ein Sprung Rehe traten aus dem Dickicht und lief an den Teilnehmern in 10 Meter Entfernung vorbei. Es schien, dass nicht nur die kräftige Frühlingssonne, sondern auch die Begegnung mit den Rehen eine hervorragende organisatorische Leistung des Vorbereitungsteams war.
Auf den ersten Metern der Exkursion wurden die Spuren des Autoverkehres auf dem Waldboden gesichtet. Viele Eltern erkannten an den Reifenspuren, ähnlich der Werbung einen Audi Quattro. Unser jüngster Jagdhelfer, Niklas Graf 5 Jahre, erklärte, dass die Spuren von einem Suzuki Jeep des Mitpächters Stefan Kolb stammten, da die Spurbreite der Reifen viel kleiner ist als die des Audis, das müsse man doch erkennen.

 
Untersuchung der Reifenfährte

Unser Revierförster, Ulrich Stier, ging auf die im Boden zu findenden Spuren seines Hundes Bolero ein und erklärte den Unterschied der Fährte eines Hundes zu der Fährte eines Fuchses.

 
Erklärung der Waldökologie

Im Waldbestand neben der Fährte demonstrierte unser Jagdgenosse Markus Steinbach anhand eines Baumstumpfes die ordnungsgemäße, gefahrlose Vorgehensweise zum Fällen eines Baumes.
Nach dem Durchstreifen einer Dickung bereiteten sich die Kindergartenkinder auf einem Hochsitz für den anschließenden Pirschgang im Gelände vor. Links und rechts des Pirschganges hatten die Jäger Tierpräparate im natürlichen Lebensumfeld der Tiere platziert, die von den Kindern entdeckt und beschrieben wurden.

Entdeckung der Wildsau als Tierpräparat aus Holz

Am Ende des Pirschganges erwartete die Kinder in der Nähe einer Lichtung ein vom Fuchs gegrabener Erdbau. Die Spuren von Wildsäuen an den Bäumen und die Fegestellen von Böcken, die zur Zeit Ihren Bast abstreifen, waren für viele eine noch nie gesichtete Attraktion.
Um den Kindern und Erwachsenen die alten jagdlichen Kommunikationskanäle näher zu bringen, haben die Jagdmitpächter des Staatswaldes, Michael Graf und Stefan Kolb mit Ihren Jagdhörnern zum Mittagessen geblasen.
Alle Expeditionsteilnehmer versammelten sich in der Nähe einer Rehfütterung um mit Brezeln und Apfelsaftschorle die ersten Eindrücke der Wanderung auszutauschen.
Die Kindergartenleiterin, Frau Sandra Leber, startete waagemutig das blinde Ertasten von Waldfrüchten im bereitgestellten Fühlkasten. „Mit den Sinnen sehen“ war das Motto am Fühlkasten. Spielerisch erlebten die Kinder bei der Rast das Sammeln von Nahrung und Feldfrüchten wie es die Tiere täglich bewältigen müssen.

  Fauna und Flora zum Anfassen

Mit dem Signal „Aufbruch zur Jagd“ gespielt von Michael Graf und Stefan Kolb, strebte der Expeditionstross nach einer Stärkung dem nächsten Abenteuer entgegen.
Wer hat schon mal gehört, wie der Saft der Bäume von den Wurzeln in die Baumspitzen fließt? Die KiGa Kinder hörten mit einem Stetoskop an der Baumrinde die nahgelegenen Bäume im Revier ab. Toch, Toch, Toch klang es durch die Bestände. Es war ein Staunen und Raunen, als die ersten Kinder die Bäume reden hörten. Unser Revierförster Ulrich Stier nutzte die Zeit um den Erwachsenen die Bewirtschaftung des Waldes und das Ökosystem Wald und Flur zu erläutern.  


Die Karavane zieht weiter

Nach drei Stunden Wanderung und Erlebnis pur, verabschiedeten sich die Organisatoren, Sandra Leber (Kindergartenleitung St. Josef Unterbalbach), Michael Graf (Jagdmitpächter Staatswald Unterbalbach), Stefan Kolb (Jagdmitpächter Staatswald Unterbalbach), Ullrich Stier (Revierförster Lauda), Markus Steinbach (Jäger Unterbalbach), Bolero (Jagdhund von Ulrich Stier) und Asko (Jagdhund von Markus Steinbach)  von allen Teilnehmer. Um diesen Tag in Erinnerung zu behalten, wurden den Kindern eine Expeditionstasche mit Malbüchern gestiftet vom Landesjagdverband Baden-Württemberg und Kreisjagdverband Tauberbischofsheim, Kochbüchern für die Eltern, Broschüre zur Aufklärung bei Tollwut und Zecken sowie Malstifte gestiftet von der Volksbank und der Sparkasse, mit auf den Weg gegeben.  
Papi, wann gehen wir wieder auf Expedition, war die Frage vieler Kinder beim Erreichen des Endpunktes der Expedition.  


Organisationsteam bei der Verabschiedung der Kinder und Eltern

Von links nach rechts: Sandra Leber, Michael Graf, Stefan Kolb, Ullrich Stier, Markus Steinbach

Autor: Michael Graf (Kurzzeichen: Earl) 12.04.2006 Unterbalbach

 

 

 

zuletzt aktualisiert am 14.04.2006